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CV & Interview Leitfaden

CV & Interview Leitfaden

Stephanie Abdel-Ahad Karriereberatung

Grundsätzliches zum Lebenslauf

Q: Wie soll ich meinen Lebenslauf aufbauen und was sollte er beinhalten?

Sinn und Zweck Ihres Lebenslaufes ist es, dass Sie zu einem persönlichen Gespräch entweder bei einem potenziellen Arbeitgeber oder einem Personalberater eingeladen werden. Ihr Lebenslauf sollte dementsprechend einen positiven Eindruck bei Ihrem Gesprächspartner erzeugen. Einige Stellenanzeigen haben eine sehr hohe Resonanz bei Bewerbern, so dass die erste Durchsicht Ihres Lebenslaufes oft nicht länger als zwei bis drei Minuten dauert. Daher sollte dieser professionell, übersichtlich und einfach lesbar sein und sich zudem auf Ihre wesentlichen und für die Position relevanten Erfahrungen und Erfolge konzentrieren.

Es ist ratsam, den Lebenslauf in fünf Abschnitte zu unterteilen: Persönliche Informationen, Berufserfahrung, Qualifikationen, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Interessen.

Persönliche Daten

  • Voller Name
  • Vollständige Anschrift
  • Telefonnummer(n) (tagsüber/abends/mobil – je nachdem wie Sie am besten erreichbar sind)
  • E-mail-Adresse

Berufserfahrung

Es wird inzwischen allgemein akzeptiert und erhöht die Lesbarkeit, wenn Sie Ihre Berufserfahrung in umgekehrter chronologischer Reihenfolge darstellen – so beginnt Ihr CV mit den Informationen, die Ihren potentiellen neuen Arbeitgeber bzw. Personalberater am meisten interessieren werden. Dieser Abschnitt sollte die jeweiligen Daten, Positionen, Umfang und Ausmaß Ihrer Verantwortung sowie Ihrer Erfolge angeben:

  • Geben Sie Ihrer aktuellen Position den meisten Raum.
  • Falls Sie nicht für ein bekanntes Unternehmen oder/eine bekannte Kanzlei tätig sind, ist es mitunter ratsam, die Organisation kurz zu beschreiben.
  • Daten – es ist lediglich notwendig, jeweils Monat/Jahr des Beginns und des Endes der jeweiligen Beschäftigung anzugeben. Ihre aktuelle Position sollte “bis heute” andauern.
  • Nennen Sie Ihre konkrete Position/Funktion.
  • Geben Sie die Schwerpunkte/Verantwortungsbereiche Ihrer Tätigkeiten näher an und fügen Sie entsprechende Stichpunkte zur Veranschaulichung hinzu.
  • Lassen Sie keine beruflichen Erfahrungen aus welchen Gründen auch immer aus. Es ist wichtig, dass Sie keine zeitlichen Lücken im Lebenslauf haben, da dies im Interview oftmals zu kritischen Nachfragen führt oder Ihre Bewerbung nicht mehr berücksichtigt wird.
  • Geben Sie die Gründe für Stellenwechsel oder Kündigungen nicht in Ihrem Lebenslauf an – es ist meist wesentlich besser, diese im persönlichen Interview zu erläutern.
  • Übertreiben Sie nicht in Ihrem Lebenslauf und bleiben Sie bei der Wahrheit – ansonsten kann dies spätestens im persönlichen Gespräch negativ auf Sie zurückfallen.
  • Gehaltsinformationen oder –vorstellungen sollten nicht im Lebenslauf, sondern ggf. in Ihrem Anschreiben erläutert werden. Besprechen Sie Ihr Gehalt bzw. Ihre Gehaltswünsche mit Ihrem Personalberater, damit dieser weiß, ob Sie sich in der für die konkrete Position passenden Größenordnung bewegen.

Ausbildung/Qualifikationen

Hier sollten Sie Ihre akademischen Abschlüsse aufführen. Dieser Abschnitt sollte außerdem sämtliche berufliche Zusatzqualifikationen erhalten. Schließlich sollten Sie Ihren Schulabschluss (d.h. in der Regel das Abitur) erwähnen. Bei jedem Abschluss sollten Sie die (Hoch)Schule/Universität bzw. Einrichtung, von der Sie diesen Abschluss enthalten haben sowie das Datum und den genauen verliehenen Titel angeben.

Kenntnisse und Fähigkeiten

Hier geht es im Wesentlichen um Sprachsowie EDV-Kenntnisse: Nehmen Sie jedwede Kenntnisse und Fähigkeiten aus diesem Bereich auf. Sprachkenntnisse warden üblicherweise in den Kategorien Muttersprache/verhandlungssicher/fließend/Grundkenntnisse angegeben – übertreiben Sie nicht, da Ihr Gesprächspartner Sie unter Umständen in der fraglichen Sprache interviewen wird!

Interessen

Dies ist der einzige Bereich Ihres Lebenslaufs, in dem Sie Persönliches angeben können bzw. sollten. Dies eröffnet Ihnen im Interview ggf. die Möglichkeit, „Small Talk“ über gemeinsame Interessen zu halten und eine persönliche Ebene mit Ihrem Interviewer herzustellen. Sie sollten entsprechend in der Lage sein, über Ihre angegebenen Interessen zu sprechen: wie z.B. über Ihr zuletzt gelesenes Buch bzw. wo Sie Ihren letzten Urlaub verbracht haben. Sofern andere Personen bestimmte Ihrer Interessen als kritisch oder umstritten ansehen könnten, sollten sie diese im Zweifel besser weglassen. Grundsätzlich sollte diese Rubrik nicht mehr als 5-6 Punkte bzw. 1-2 Zeilen umfassen (Sie woollen nicht suggerieren, dass Sie „zu viele“ Interessen neben Ihrer Arbeit haben und diese allenfalls als notwendiges Übel betrachten!).

Q: Wie soll ich meinen Lebenslauf aufbauen und was sollte er beinhalten?

Vorbereitung auf das Interview

Sie haben eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten, das heißt auf dem Papier haben Sie bereits die in der Stellenbeschreibung vorgegebenen Erfahrungen und Qualifikationen. Nun gilt es, sich auf das Interview vorzubereiten. Gute Vorbereitung ist übrigens ebenso für Berufseinsteiger wie für Professionals mit langjähriger Erfahrung wichtig. Häufig stellen wir fest, dass gerade erfahrene Führungskräfte meinen, sie könnten auch vollkommen unvorbereitet im Jobinterview glänzen.

Gute Vorbereitung ist essenziell. Denn im Vorstellungsgespräch zählt noch mehr: Neben der Qualifikation will das Unternehmen abklopfen, ob der Bewerber ins Team passt, welche sozialen Kompetenzen er mitbringt und vor allem, wie gut er sich auf das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle vorbereitet hat. Die meisten Interviews dauern nur rund eine Stunde und in der Regel bekommt man keine zweite Chance.

Q: Wie bereite ich mich am besten auf ein Interview vor?

Im Folgenden beschreiben wir ein Mindestmaß an Vorbereitung:

  1. Es sollte selbstverständlich sein, aber planen Sie genug Zeit ein, um pünktlich am vereinbarten Treffpunkt zu sein. (Dagegen wird es oft als Unsicherheit gedeutet, sich viel zu früh anzumelden).
  2. Wissen Sie Namen und Positionen Ihrer Interviewpartner? Versuchen Sie auch im Vorfeld herauszufinden, wie der Ablauf des Interviews sein wird und versuchen Sie auch möglichst viel über Ihre Interviewpartner zu erfahren.
  3. Recherchieren Sie die wesentlichen Fakten zum Unternehmen. Je nach Position ist es sinnvoll, sich auf sein Angebot/seine Produkte, Wettbewerber, die aktuelle Situation und zukünftige Pläne zu fokussieren.

In den meisten Fällen wird Sie Ihr Personalberater hierbei unterstützen können. Allerdings sollten Sie auch selbst recherchieren:

  • Der Internetauftritt des Unternehmens - hier finden Sie in der Regel die besten Informationen. Sehen Sie sich die Pressemeldungen und Unternehmensneuigkeiten an, um über die aktuellsten Ereignisse, wie z.B. M&AAktivitäten, Unternehmenszahlen oder Änderungen im Management informiert zu sein. Auch die Karriereseiten und Informationen für Investoren sollten Sie sich ansehen.
  • Fach- und Branchenmagazine sind eine weitere Informationsquelle. Viele Magazine sind (nur) online verfügbar und bieten häufig ein Archiv, in dem Sie nach Informationen zu Ihrem (angestrebten) Fachgebiet oder zu dem Unternehmen selbst suchen können.
  • Sprechen Sie nach Möglichkeit mit Ihnen bereits bekannten Mitarbeitern des Unternehmens.

Q: Wie bereite ich mich am besten auf ein Interview vor?

Zeigen Sie im Interview, dass Sie gut informiert sind – aber ohne gekünstelt zu wirken.

  1. Denken Sie über Fragen nach, die Ihnen höchstwahrscheinlich im Interview gestellt werden. Am Ende dieser Broschüre finden Sie einige Beispielfragen. Wenn Sie die fünf „schlimmsten“ Fragen beantworten können, werden Sie sich wesentlich sicherer fühlen.
  2. Der erste Eindruck zählt. Sorgen Sie dafür, dass Sie bei jedem Bewerbungsgespräch entsprechend gekleidet sind und gepflegt wirken. Die richtige Kleidung hängt vom Unternehmen ab. Faustformel: Im Zweifel ist overdressed besser als underdressed.
  3. Kennen Sie Ihren Lebenslauf. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in einem Bewerbungsgespräch scheitern, weil sie ihren eigenen Lebenslauf nicht gut genug kennen. Sie sollten in der Lage sein zu erläutern, warum Sie z.B. im Studium ein bestimmtes Fach gewählt haben oder welche Rolle Sie bei einem bestimmten Projekt hatten. Wie war die Situation zu Ihrer Zeit in dem jeweiligen Unternehmen oder in der Abteilung? Haben Sie zudem alle relevanten Daten und Qualifikationen im Kopf.
  4. Schlussendlich ist das Interview keine Einbahnstraße. Genauso wie Sie sich selbst so gut wie möglich präsentieren, sollten Sie sich bei Ihren Gesprächspartnern möglichst genau über die Position, Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und die Unternehmensund Abteilungskultur erkundigen.

Q: Wie verhalte ich mich während des Interviews?

Denken Sie daran, dass nicht nur Ihre Berufserfahrung und Ihre Fähigkeiten geprüft werden, sondern auch Ihre emotionale Intelligenz und wie Sie in das Team eines Unternehmens passen. Sie sollten sich dabei aber nicht verstellen und sich selbst treu bleiben. Die folgenden Tipps sollten Ihnen helfen, einen guten Eindruck bei Ihrem Gesprächspartner zu erzeugen:

  • Ein fester und sicherer Händedruck sowie ein freundliches Lächeln sind wichtig.
  • Halten Sie Blickkontakt während des Interviews. Vermeiden Sie diesen oder schauen Sie häufig im Raum umher, kann dies Misstrauen und einen schlechten Eindruck bei Ihrem Interviewer erzeugen.
  • Sie sollten vorsichtig sein, bei den einzelnen Fragen nicht zu sehr auszuschweifen – Ihre Antworten sollten die nötigsten Details enthalten und prägnant sein. Wenn Sie die Frage beantwortet haben, hören Sie auf zu sprechen.
  • Sowohl Ihre Antworten als auch Ihre Körpersprache sind enorm wichtig. Zappeln Sie nicht herum und geben Sie sich Mühe, auf die Körpersprache Ihres Gesprächspartners zu achten. Letzteres kann Ihnen schon während des Interviews wichtiges Feedback geben, ob Ihr Interviewer sich gelangweilt fühlt oder ob Sie zu weit mit Ihren Antworten ausholen.
  • Üben Sie keine übermäßige Kritik an Ihrem aktuellen Arbeitgeber.
  • Beantworten Sie Fragen niemals mit einem einsilbigen Ja oder Nein. Geben Sie Beispiele.
  • Zeigen Sie sich positiv und interessiert. Sollten Sie Vorbehalte oder Bedenken haben, ist es wichtig, diese in einer ersten Gesprächsrunde nicht sofort zu offenbaren und erst einmal mit Ihrem Personalberater zu diskutieren. Ihr Berater wird Ihnen dabei bei eventuellen Bedenken helfen können.
  • Bei der ersten Gesprächsrunde gilt es auch, nicht sofort über das Gehalt und sonstige Bezüge zu sprechen, es sei denn dies wird explizit von Ihrem Interviewer angesprochen. Dieses Gesprächsthema wird in der Regel erst in späteren Runden adressiert.
  • Wie schon erwähnt, sollten Sie ein Interview auch dazu nutzen, sich selbst ein Bild über das Unternehmen/Kanzlei zu bilden sowie von Ihrem Gesprächspartner. Es ist dabei wichtig, auch selbst Fragen zu stellen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie jede Antwort, wenn nötig, auch mit Beispielen belegen können.
  • Verstellen Sie sich nicht während des Interviewprozesses. Sollten Sie sich als völlig andere Person ausgeben, sind Sie notgedrungen dazu gezwungen dieses Schauspiel während Ihrer gesamten Tätigkeit bei dem Arbeitgeber fortzuführen.
  • Bringen Sie Ihrem Interviewer den nötigen Respekt entgegen, insbesondere auch vermeintlich jüngeren oder weniger berufserfahrenen Gesprächspartnern. Wiegen Sie sich nicht in Selbstsicherheit und denken Sie daran, dass jeder Gesprächspartner, besonders die der ersten Runde, ein Veto gegen Ihre Bewerbung einlegen kann.
  • Ihre Gesprächspartner werden neben Ihrer Berufserfahrung, Ihren Fähigkeiten und Ihrer emotionalen Intelligenz auch prüfen, wie Sie als potentieller Repräsentant des Unternehmens oder der Kanzlei auftreten – zeigen Sie sich daher von Ihrer professionellen und freundlichen Seite.

Q: Welchen Ablauf des Interviews kann ich erwarten?

Jeder Gesprächspartner hat seine eigene Art und Weise, ein Interview durchzuführen. Nachstehend geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Besonderheiten verschiedener Interviewarten. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die folgenden Tipps bei jedem dieser Interviewtypen wichtig sind:

  • Hören Sie aufmerksam bei jeder Frage zu und beantworten Sie diese immer mit einem Beispiel aus Ihrer Erfahrung. Es ist dabei wichtig, genau die Frage zu beantworten und nicht andere Informationen, die Sie unbedingt loswerden möchten, hervorzubringen. Es wird während des Interviews genug Gelegenheit geben, auch diese Informationen Ihrem Gesprächspartner mitzuteilen.
  • Sprechen Sie immer in konkreten Beispielen und nicht in allgemeinen Ausführungen.
  • Sie sollten dem Interviewer Ihre persönliche Erfahrung nahe bringen, daher ist es enorm wichtig Beispiele mit „Ich habe…“ anstatt mit „Wir haben…“ auszuführen, besonders wenn Sie über eine Teamaktivität sprechen, schließlich möchten Sie ja Ihre persönlichen Erfolge bei einer solchen Aktivität erläutern und nicht nur die Gesamtleistung des Teams.

Klassisches Interview

Bei diesem Interviewtyp werden Ihnen Fragen zu Ihrem Lebenslauf gestellt, z.B. über Ihre Ausbildung, Ihre beruflichen Erfahrungen, sonstige Fähigkeiten und Interessen, sowie Ihre beruflichen Ziele und Pläne.

Kompetenzbasiertes Interview

Diese Art von Interview wird immer häufiger durchgeführt. Sinn und Zweck ist es hierbei, verschiedene Kompetenzen zu bewerten und mit Ihren Fähigkeiten abzugleichen. Um dem Interviewer über konkrete Beispiele zu berichten, sollten Sie sich als Vorbereitung noch einmal konkrete Projekte durch den Kopf gehen lassen, an denen Sie mitgewirkt haben. Hierbei ist es auch wichtig, dass nicht nur die beruflichen Leistungen als Beispiele dienen, sondern potentiell auch Erfahrungen aus Ihrem persönlichen Leben. Die Kompetenzen, die in einem solchen Interview häufig thematisiert werden, sind insbesondere wirtschaftliches Verständnis und unternehmerische Denkweise, strategische und analytische Fähigkeiten, Motivation, Kreativität, Belastbarkeit, Flexibilität sowie kommunikative Fähigkeiten.

Präsentation/Vortrag

Vereinzelt kann es vorkommen, dass Sie während des Interviewprozesses eine kleine Präsentation oder einen kleinen Vortrag vorbereiten und halten müssen. Falls Sie audiovisuelle Mittel wie z.B. PowerPoint einsetzen möchten, ist es wichtig, vorab zu klären, ob Ihnen die entsprechenden Mittel wie Beamer, Laptop etc. bei dem Interview zur Verfügung stehen. Falls dies nicht der Fall ist, ist es oftmals hilfreich, ein Informationsblatt vorzubereiten, das Sie bei Ihrer Präsentation oder Ihrem Vortrag austeilen.

Strukturiertes Interview

Häufig werden Sie auf sogenannte strukturierte Interviews treffen. Oft wird auch nur ein Teil des Bewerbungsgespräches als strukturiertes Interview geführt. Strukturiert sind Interviews, wenn sie, was Fragen und Auswertung angeht, vereinheitlicht sind, einem Leitfaden und Vorgaben folgen und damit die Aussagekraft erhöhen. Als Bewerber werden Ihnen nacheinander Fragen gestellt, die Sie kurz und auf den Punkt beantworten sollen. In der Regel werden Ihnen situative Fragen gestellt, oder solche, die sich auf vergangenes Verhalten beziehen und es wird Ihnen weder Hilfestellung zur Beantwortung der Fragen noch Raum für eigene Fragen gegeben. Durch diese Vorgehensweise kann der Interviewer die einzelnen Kandidaten leichter miteinander vergleichen. Ist der strukturierte Teil abgeschlossen, werden Sie auch wieder selbst Fragen stellen können.

Fallstudie

Manchmal werden Sie auf Fallstudien treffen. Hier geht es um analytische und organisatorische Kompetenzen, aber auch darum, wie Sie an ein schwieriges Problem herangehen und wie Sie sich eine Lösung erarbeiten. Der zeitliche Rahmen einer Fallstudie kann von mehreren Stunden bis zu einem Tag reichen. Das Unternehmen möchte mittels einer Fallstudie vor allem erfahren, wie es um Ihre analytischen Fähigkeiten steht und wie strukturiert Sie vorgehen. Es wird darauf geachtet, wie schnell Sie die Problemsituation erfassen und sich in den komplexen Sachverhalt einarbeiten können. Ihre Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit sind hier gefragt. Gehen Sie systematisch an die Aufgaben heran, lesen Sie die Aufgabenstellung genau durch und ordnen Sie die Informationen. Alle Aspekte müssen bedacht werden, häufig warden auch absichtlich irrelevante Informationen gegeben, die mit der eigentlichen Frage an sich nichts zu tun haben. Es hilft, sich Fakten und Daten stichwortartig aufzulisten. Dokumentieren Sie Ihren Lösungsweg, auch mögliche Alternativen, damit er für Sie und für die Beobachter jederzeit nachvollziehbar ist.

Telefon/Skype/Videokonferenz

Diese Medien werden immer häufiger eingesetzt, da oftmals viele Gesprächspartner nicht vor Ort sind. Hierbei ist es besonders wichtig, die Technik vorher zu testen, damit beim Gespräch selbst nichts schiefgehen kann. Besonders beim Telefoninterview warden Sie Ihren Gesprächspartner nicht sehen und somit auch nicht seine Körpersprache deuten können. Da diese Komponente wegfällt, ist es umso wichtiger genauestens zuzuhören und ggf. auf Nuancen in der Stimme und Tonfall etc. Ihres Interviewpartners zu achten.

Beispielfragen, die Sie erwarten/stellen können, finden Sie auf den nächsten Seiten.

Q: Welche Fragen sollte ich erwarten?

Egal welche Art von Interview Ihre Gesprächspartner mit Ihnen führen, seien Sie stets auf Nachfragen zu Ihrem Werdegang, zu einzelnen Stationen und zu Ihrer Motivation vorbereitet. Gibt es in Ihrer Vita erklärungsbedürftige Passagen, dann stellen Sie sich darauf ein, diese auch plausibel erklären zu können.

Die Frage nach dem frühestmöglichen Einstiegstermin ist meist auch fester Bestandteil eines ersten Gesprächs. Machen Sie sich kritische Gedanken zu Ihrem eigenen Planungshorizont und informieren Sie sich ggf. noch einmal zu Ihren Kündigungsfristen.

Machen Sie sich im Vorfeld auch Gedanken zu Ihren Gehaltsvorstellungen, sprechen Sie hierzu offen mit Ihrem Personalberater, er wird Ihnen anhand von Erfahrungswerten helfen, diese realistisch einschätzen zu können.

Bei einem bereits erwähnten kompetenzbasierten Interview sollten Sie sich Antworten auf die folgenden Fragestellungen zurechtlegen:

  • Gab es Situationen, in denen Sie neue Geschäftsideen oder Ideen zu effektiveren Abläufen eingebracht haben und wie wurden diese umgesetzt?
  • Wie gehen Sie mit unangenehmen Neuigkeiten um und wie kommunizieren Sie schlechte Nachrichten intern oder extern?
  • Wie stehen Sie dazu, Aufgaben zu delegieren?
  • Erzählen Sie, wie Sie ihre Kollegen und Mitarbeiter in der Vergangenheit motiviert haben.

Im Idealfall gestaltet sich das Interview als angenehmer und informativer Austausch, in dem alle relevanten Punkte ungezwungen zur Sprache kommen. Allerdings hat jeder Gesprächspartner seine eigenen Vorstellungen von der Durchführung eines Interviews, so dass Sie sich auch Antworten auf unangenehme Fragen zurechtlegen sollten. Hier die fünf „Klassiker“:

  • Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wie würde ein Freund Sie in einem Satz beschreiben?
  • Was motiviert Sie?
  • Können Sie uns einen Witz erzählen?

Q: Welche Fragen sollte ich stellen?

Genauso wichtig wie eine gute Antwort ist eine gute Frage! Bereiten Sie sich im Vorfeld intensive auf Ihre Gesprächspartner vor und informieren Sie sich genau über das Unternehmen bei dem Sie vorstellig werden. Lesen Sie die letzten Pressemitteilungen und ggf. den Jahresbericht. Profile in sozialen Netzwerken werden immer wichtiger. Zeigen Sie, dass Sie sich gut anhand der zugänglichen Quellen informiert haben. Wenn es nicht Bestandteil des Gesprächs ist, stellen Sie auch Fragen zu den zukünftigen Strategien der Firma, wo sehen Ihre Gesprächspartner das zukünftige Wachstumspotenzial und wie schätzen sie den Markt mittel- bis langfristig ein?

Vermeiden Sie am Ende des Gesprächs aktive Fragen zu Gehalt oder Work Life Balance, beenden Sie das Gespräch mit Fragen zum weiteren Prozess und klären Sie, wer von wem wann hört.

Abhängig von Gesprächssituation und –verlauf könnten Sie beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Warum ist diese Stelle vakant? (Nachbesetzung oder neue Position?)
  • Wie würden Sie die Firmenkultur bei Ihnen beschreiben?
  • Wie fördern Sie Ihre Mitarbeiter in Bezug auf fachliche Weiterentwicklungen und Schulungen?
  • Welche Pläne verfolgen Sie als Firma für die Zukunft?
  • Welche typischen Eigenschaften haben die Mitarbeiter bei Ihnen, die besonders erfolgreich sind?
  • Wie beurteilen Sie den Erfolg Ihrer Mitarbeiter?
  • Welche Art der Einbeziehung kann ein neuer Mitarbeiter in ersten Monaten bei Ihnen erwarten und welche langfristigen Perspektiven können Sie ihm oder ihr aufzeigen?
  • Ebenso ist es in den meisten Fällen angebracht, nach dem Werdegang Ihres Gegenüber zu Fragen. Wie haben sich Ihre Gesprächspartner intern entwickeln können und wurden ihre Erwartungen erfüllt? Die Antworten hierauf sollten Ihnen auch eine gute Hilfestellung für Ihre eigene Entscheidungsfindung geben.

Q: Wie sollte ich das Interview nachbereiten?

Es ist wichtig, das Interview positiv zu beenden. Bedanken Sie sich für die Einladung und die Zeit, die die Interviewenden investiert haben. Wenn Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind, erwähnen Sie dies ruhig nochmals. Falls Sie gefragt werden, ob Sie Interesse an der Position haben, verlassen Sie Ihre Gesprächspartner mit einem positiven Eindruck und bejahen Sie dies.

Unmittelbar nach dem Interview sollten Sie Ihre Gedanken und eventuelle Fragen und Diskussionspunkte unbedingt notieren. Das erleichtert die Meinungsbildung und verhindert, dass Sie wichtige Punkte vergessen.

Rufen Sie Ihren Personalberater an und teilen Sie ihm Ihr ehrliches Feedback schnellstmöglich mit. Je eher Sie dies machen, desto eher kann er mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen und auch von dort Feedback einholen.

Bleiben Sie während des ganzen Prozesses mit Ihrem Personalberater in Kontakt. Nur so kann er Ihnen positives und negatives Feedback sofort mitteilen. Sein Feedback ist sehr wichtig für Ihre Entscheidungsfindung und für die Vorbereitung der nächsten Schritte im Bewerbungsprozess. Nutzen Sie ihn als Berater. Er kennt sich mit Rekrutierungsprozessen bestens aus und wird Ihnen vom ersten Schritt bis zur Annahme eines Angebotes bei allen Fragen beratend zur Seite stehen.