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Die Vorteile von Arbeitnehmerüberlassung

Die Vorteile von Arbeitnehmerüberlassung

Marie-Theres Henrich Market Insight, Career Advice

Die Arbeitnehmerüberlassung wird oft mit schlechteren Arbeitsbedingungen im Vergleich zur Stammbelegschaft, wenig Wertschätzung und weniger Gehalt gegenüber einer Festanstellung in Verbindung gebracht. Doch wurde seitens des Gesetzgebers und des Deutschen Gewerkschaftsbundes vieles in die Wege geleitet, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Neben Tarifverträgen mit branchenspezifischen Zuschlägen wurde zum Beispiel zuletzt im April 2017 das Gesetz des „Equal Treatments“, was die ebenbürtige Bezahlung und Behandlung des Arbeitnehmers regeln, eingeführt.

In Bezug auf den professionellen Hintergrunde der Beschäftigten stellen wir zudem fest, dass sich die Profile der Arbeitnehmer in der Arbeitnehmerüberlassung, zumindest in einigen Berufsfeldern, wie solchen aus dem HR-Spektrum, verändert haben. So gibt es heute beispielsweise HR Generalisten und Senior Business Partner, die innerhalb dieser Beschäftigungsform tätig sind – Positionen, welche früher durch Interimsmandate bestritten wurden. Demnach werden Ansprüche an die Ausbildung und die Fähigkeiten der Arbeitnehmer seitens der Unternehmen höher. Die gewünschten Fähigkeiten kommen nicht zuletzt gerade durch die Einsätze in verschiedenen Unternehmen (hier fehlt etwas). So ist die Arbeitnehmerüberlassung eine durchaus sinnvolle Art der Beschäftigung und sollte – entgegen so manch alt etablierter Meinung – mehr Anerkennung finden.

Zusätzlich bietet die Arbeitnehmerüberlassung insbesondere für Young Professionals eine Möglichkeit, ihr Skillset durch praktische Erfahrungen in Unternehmen zu vertiefen. Des Öfteren gibt es Stellenangebote, welche durch eine mögliche Übernahmeoption bestechen, sodass sich über den Weg der Arbeitnehmerüberlassung der Schritt in die Festanstellung ergeben kann. Natürlich sind hier aber auch die eigenen Netzwerk-Fähigkeiten gefragt: Präsenz zeigen und mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Selbst bei Nicht-Übernahme wird der Lebenslauf im ungünstigsten Falle durch einen etablierten Unternehmensnamen ergänzt, was wiederum als Türöffner für weitere Karriereschritte dienen kann.

Auch bietet die ArbeitnehmerüberlassungBerufseinsteigern eine Form der Orientierung und die Möglichkeit, Berufsfelder für sich zu entdecken oder auszuschließen. Der Vorteil gegenüber einem Praktikum liegt hierbei u.a. auch in der Vergütung.

Doch nicht nur für Young Professionals, sondern auch für Kandidaten, die für einige Zeit aus dem Berufsleben ausgeschieden waren und Schwierigkeiten haben in einen Bewerbungsprozess zu gelangen, bietet die Arbeitnehmerüberlassung Raum für eine alternative Rückkehr ins Berufsleben.

Generell zeichnet sich diese Beschäftigungsform durch Abwechslung und der Möglichkeit, viel Fachwissen über den Einsatz in mehreren, verschiedenartigen Unternehmen zu erwerben, aus. Eine Auseinandersetzung hiermit ist also durchaus lohnenswert. Dabei gilt sowohl bei der Arbeitnehmerüberlassung, als auch bei einem Direktarbeitsverhältnis, dass das zuständige Zeitarbeitsunternehmen alle sozial-, und steuerpflichtigen Aspekte trägt, sodass den Mitarbeitenden keine Nachteile entstehen.

Aus unternehmerischer Sicht ist diese Form der Beschäftigung aus mehreren Gründen sinnvoll. Es bietet sich hier ein sehr flexibler Rahmen, um mit etwas mehr Planungssicherheit arbeitsintensive Zeiten, einen elternzeit- oder krankheitsbedingten Ausfall gewinnbringend zu meistern. Neben der Kompensation von Kapazitätsengpässen, bietet die Arbeitnehmerüberlassung, gerade in der jetzigen unsicheren wirtschaftlichen Lage, außerdem die Möglichkeit der kalkulierbaren Budgetkontrolle, da der Verleiher beispielsweise für Kranken- oder Urlaubstage einsteht und hier die Lohnfortzahlung übernimmt. 

Interessierte an dieser Beschäftigungsform sollten, um zu vermeiden an schwarze Schafe zu gelangen, unbedingt im Vorhinein prüfen, ob der zukünftige Arbeitgeber eine Genehmigung zur Überlassung von Arbeitskräften durch die Bundesagentur der Arbeit besitzt und Teil einer der Tarifvereinigungen der Zeitarbeit, beispielsweise dem iGZ oder BAP, ist. Auch prozessuale Themen wie das generelle Einsatzverfahren bei verschiedenen Entleihern (beispielsweise Radius des Einsatzgebietes), aber auch vertragliche Bestandteile wie Wochenstundenanzahl, Urlaubstage und Befristung des Vertrages sollten transparent besprochen werden. Kommt es zu einer Einstellung, so sollte zusätzlich mit dem zukünftigen Mitarbeiter eine persönliche Durchsicht der vertraglichen Unterlagen erfolgen, um letzte mögliche Fragen zu klären.

Nicht zuletzt ist das eigene Bauchgefühl gefragt. Erfolgt der generelle Umgang auf Augenhöhe und werden Fragen offen beantwortet, so kann neben den oben genannten Aspekten von einem seriösen Arbeitgeber ausgegangen werden.